Spielberichte

(Verbandsliga Herren - 1999/2000)


Der Saisonstart lässt hoffen - MTV Wünsdorf - ESV Prenzlau 9:5

Ein glänzender Saisonauftakt gelang den Tischtennisspielern des MTV Wünsdorf gegen den ESV Prenzlau. Als Aufsteiger rechnete man sich gegen diese etablierte Mannschaft höchstens einen Punkt aus. Zunächst sah es nicht einmal danach aus, denn Prenzlau führte nach den Doppel 2:1. Lediglich das Wünsdorfer Spitzendoppel Jobst Lückel/Dirk Wojtyczka setzten sich klar durch, während Schubert/Jarmut und Michler/Renn jeweils 1:2 unterlagen. Anschließend zeigte sich aber deutlich, dass der MTV mit Dirk Wojtyczka als neue Nummer zwei erheblich stärker geworden ist. Er und Jobst Lückel sorgten mit dem Doppelerfolg und vier Punkten aus den Einzeln für die Vorentscheidung zu Gunsten der Wünsdorfer. Hervorzuheben sind insbesondere ihre Leistungen gegen Prenzlaus Nummer eins, Rackelmann, der zu den zehn besten Tischtennisspielern des Landes Brandenburg gehört. Im mittleren Paarkreuz der Wünsdorfer (Marcus Schubert, Florian Renn) lief noch nicht alles wie gewünscht, denn nur Renn konnte sich einmal durchsetzen. Allerdings waren die Gegner sehr unbequem, da sie beide mit Noppen-Außen-Belägen agierten und damit sehr geschickt das Topspinspiel der Wünsdorfer zerstörten. Dafür gaben sich Steffen Jarmut und Johannes Michler im 3. Paarkreuz keine Blöße und stellten letztlich das vor allem in dieser Höhe unerwartete, jedoch sehr erfreuliche Endergebnis her. Mit dieser Leistung zeigte der MTV Wünsdorf, dass er in der Tischtennis-Verbandsliga durchaus mithalten kann und das Saisonziel Klassenerhalt erreichbar sein sollte. MTV Wünsdorf 1910: Lückel (2,5), Wojtyczka (2,5), Schubert, Renn (1), Michler (2), Jarmut (1).

Gegen den Favoriten war sogar mehr drin -  MTV Wünsdorf - KSV Fürstenwalde I 6:9 und MTV Wünsdorf - KSV Fürstenwalde II 9:3

Nach dem überraschenden Auftakterfolg des MTV gegen den ESV Prenzlau musste diese Leistung nun gegen die beiden Fürstenwalder Vertretungen bestätigt werden. Im ersten Spiel gegen den Oberliga-Absteiger Fürstenwalde I war man krasser Außenseiter, obwohl der Gegner drei Ersatzspieler aufbieten musste. Auch die Wünsdorfer mussten auf einen Stammspieler verzichten. Marcus Schubert fehlte beruflich bedingt. Nach den Doppeln lag Wünsdorf mit 1:2 hinten. Lediglich Lückel/Jarmut gewannen ihre Partie, während Michler/Renn und Wojtyczka/Gericke jeweils mit 1:2 Sätzen den Kürzeren zogen. In den folgenden Einzelpartien wurde teilweise sehr ansprechendes Tischtennis gezeigt. Insbesondere die Partien von Jobst Lückel und Dirk Wojtyczka gegen Berndt begeisterten die Zuschauer. Im mittleren Paarkreuz war Florian Renn zweimal erfolgreich, während Johannes Michler zweimal knapp im 3.Satz unterlag. Ärgerlich war vor allem seine Niederlage im ersten Einzel. Dort wäre bei konsequenter Einhaltung der vorgegebenen Taktik (Topspin mit viel Rotation auf die gegnerische Vorhand) durchaus ein Sieg möglich gewesen. Das untere Paarkreuz (Steffen Jarmut, Stephan Klein) blieb ohne Punktgewinn und agierte phasenweise recht unglücklich. Die 6:9-Niederlage gegen den Favoriten kam eigentlich erwartungsgemäß. Betrachtet man aber, dass von den neun Niederlagen sieben im dritten Satz zustande kamen, bleibt ein schaler Beigeschmack. Bei etwas mehr Routine und Konzentration wäre auch ein doppelter Punktgewinn und damit die Tabellenführung in der Verbandsliga erreichbar gewesen. Das Spiel gegen den Mitaufsteiger Fürstenwalde II wurden dann aber mehr oder weniger zur Pflichtaufgabe für Wünsdorf, wenn man nicht auf die Abstiegsränge zurückfallen wollte. Es war dann auch die erhoffte klare Angelegenheit. Nur Lückel/Jarmut verloren ihr Doppel überraschend. In den Einzelbegegnungen gab der MTV Wünsdorf nur zwei Punkte ab, so dass am Ende ein klarer 9:3-Erfolg zu Buche stand.

Remis in Ketzin:  Lok Ketzin - MTV Wünsdorf 8:8

Im Auswärtsspiel gegen Ketzin lag der MTV nach den drei Eingangsdoppeln mit 1:2 im Rückstand, da nur Lückel/Jarmut erfolgreich waren. Wojtyczka/Schubert konnten gegen das Ketziner Spitzendoppel Birkner/Mikosek zwei Matchbälle nicht verwerten. Michler/Renn unterlagen recht deutlich. Dann folgte jedoch eine sehr starke Wünsdorfer Phase. Wojtyczka siegte gegen Ketzins Nummer eins deutlich 2:0. Schubert, der einen ganz starken Tag erwischte, gewann gegen Hammel. Michler konnte einen 11:16-Rückstand noch in einen 22:20-Erfolg im Entscheidungssatz verwandeln. Als dann wieder beide Spiele im oberen Paarkreuz durch Wojtyczka und Lückel gewonnen wurden und auch Schubert gegen Missal erfolgreich war, dachten die Wünsdorfer beim Stand von 8:4 wohl schon zu sehr an einen klaren Gesamterfolg. Doch es kam anders. Renn unterlag Hammel im 3.Satz mit 18:21, Michler verlor gegen den Abwehrspezialisten Weber 18:21 und 19:21 und auch Jarmut zog im 3.Satz den Kürzeren. Somit kam es beim Stand von 8:7 zum entscheidenden Abschlussdoppel zwischen Lückel/Jarmut und Birkner/Mikosek. Auch dieses Spiel ging im Entscheidungssatz an die Ketziner.

Knappe Heimniederlage gegen Staffelfavoriten: MTV Wünsdorf - ESV Eberswalde 7:9

Entsprechend konzentriert gingen die Wünsdorfer am Sonntag in die Partie gegen den Meisterschaftsfavoriten, den ESV Eberswalde. Wiederum musste der MTV nach den Doppeln einen Rückstand herlaufen. Lediglich das neu formierte Spitzendoppel Lückel/Wojtyczka gewann seine Begegnung. Im darauffolgenden Spiel des bis dahin ungeschlagenen Jobst Lückel gegen den ehemaligen DDR-Meister Lemke sahen die Zuschauer das wohl interessanteste Tischtennisspiel der letzten Jahre in Wünsdorf. Die Frage war, ob Lückel sich mit seinem aggressiven Topspinspiel gegen das extrem sichere Abwehrspiel seines Gegenüber behaupten würde. Nach verlorenem 1.Satz, in dem der Eberswalder schier unmögliche Bälle zurückbrachte, erhöhte Lückel nochmals das Tempo und gewann im 3.Satz deutlich. Wojtyczka verlor im Anschluss gegen den Eberswalder Spitzenspieler Kirsten knapp im Entscheidungssatz. Aber zwei schön herausgespielte Erfolge von Schubert und Renn brachten die Wünsdorfer beim 4:3 erstmals in Führung. Es war zugleich die letzte Wünsdorfer Führung. Michler und Jarmut unterlagen, Lückel schaffte mit einem ungefährdeten Erfolg nochmals den Ausgleich. Wojtyczka erkämpfte sich gegen Lemke beim 20:19 im 3.Satz einen Matchball, den er allerdings überhastet vergab und dann auch das gesamte Spiel verlor. Florian Renn gewann auch seine zweite Partie, während Schubert 1:2 unterlag. Auch im 3.Paarkreuz teilte man sich die Punkte, da Michler erfolgreich war und Jarmut auch sein zweites Einzel im Entscheidungssatz verlor. So mussten Lückel/Wojtyczka beim Stand von 7:8 versuchen, mit einem Sieg wenigstens das Unentschieden zu retten. Sie fanden aber keine geeigneten Mittel. Eberswalde gewann dieses Doppel und die gesamte Partie. Im nächsten Heimspiel gegen die mit drei polnischen Gastspielern agierende Vertretung von Preußen Frankfurt muss der MTV Wünsdorf versuchen, die am Wochenende verlorenen Punkte zurückzugewinnen.

Wichtiger Punkt für MTV: MTV Wünsdorf - Preußen Frankfurt 8:8

Der MTV ging recht gelöst in diese Partie gegen den Tabellenzweiten aus der Oderstadt, da man sich auf Grund des Fehlens von Marcus Schubert wenig Chancen gegen die Frankfurter ausrechnete. Zumal diese mit zwei polnischen Spielern im oberen Paarkreuz antraten. Wiederum wurden die Doppel umgestellt. Mit den Kombinationen Lückel/Renn und Michler/Wojtyczka scheint nun endlich die bestmögliche Konstellation gefunden zu sein, obwohl letzteres knapp am Frankfurter Spitzendoppel scheiterte. Da auch das Gelegenheitspaar Thomas Oberländer/Jarmut verlor, lag Wünsdorf nach den Eingangsdoppeln mit 1:2 hinten. Jobst Lückel schaffte jedoch mit einem ungefährdeten Sieg postwendend den Ausgleich. Dirk Wojtyczka hatte gegen die polnische Nummer eins der Gäste keine Siegchance. Doch der MTV glich abermals durch einen Sieg des zurzeit in Bestform agierenden Florian Renn aus. Johannes Michler schaffte es dann in einem von den Aufschlägen dominierten Match nicht, hohe Führungen (18:12, 16:10) in einen Erfolg zu verwandeln. Da auch Steffen Jarmut im unteren Paarkreuz den Kürzeren zog, schien beim Stand von 3:5 eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch der MTV hat auch noch eine starke zweite Vertretung. Deren Nummer zwei, Thomas Oberländer, wuchs über sich hinaus. Hochkonzentriert und vor allem hochmotiviert bezwang er seine beiden Gegner an diesem Tag. Nach Oberländers erstem Sieg hatte Lückel die Chance, wieder für Wünsdorf auszugleichen. Das gelang ihm auch in eindrucksvoller Weise, womit er seine Bilanz in der Verbandsliga auf phantastische 12:0 Spiele ausbauen konnte. Da auch Renn ein fast schon verloren geglaubtes Spiel (8:21, 13:21) noch gewann, konnten die Wünsdorfer beim 6:6 erstmals an einen Punktgewinn glauben. Aber der durch Schuberts Fehlen ins mittlere Paarkreuz aufgerückte Michler verlor auch seine zweite Partie und erhöhte damit den Druck auf die Spieler des unteren Paarkreuzes. Einer von beiden, Jarmut oder Oberländer musste siegen, sonst hätte der MTV wie beim 7:9 gegen Eberswalde mit leeren Händen dagestanden. Beide behielten jedoch in dieser hochgradig angespannten Situation einen kühlen Kopf und gewannen ihre Partien auch dank der Unterstützung durch Mannschaft und Publikum. Somit kam es erneut zum Entscheidungsdoppel. Und wieder zog der Gastgeber (Lückel/Renn) mit 1:2 Sätzen den Kürzeren. Trotzdem ist dieser eine Punkt durch das erreichte 8:8-Unentschieden als großer Erfolg zu werten. Er kann für den MTV Wünsdorf 1910 im Kampf gegen den Abstieg noch eine wichtige Hilfe sein.

MTV Wünsdorf - TTC Finsterwalde I 6:9 / MTV Wünsdorf - TTC Finsterwalde II 9:1

Nach der deutlichen 2:9-Niederlage gegen ESV Eberswalde in der Vorwoche zeigte sich gegen die beiden Vertretungen aus der Sängerstadt Finsterwalde wiederrum, dass der MTV Wünsdorf vor heimischer Kulisse deutlich stärker auftritt. Gegen die Erste des TTC lagen die Wünsdorfer gleich 0:3 im Rückstand, da alle Doppel verloren wurden. Siege von Jobst Lückel und Dirk Wojtyczka, der zeitweise traumhafte Ballwechsel mit Punktgewinnen abschloss, brachten wieder Spannung in die Begegnung. Florian REnn gelang mit seinem Erfolg sogar der Ausgleich. Dann gingen jedoch die Gäste durch Niederlagen von Johannes Michler und Steffen Jarmut wieder in Führung.

Im Anschluss demonstrierte Ersatzmann Stephan Klein, dass er seinen Spitznamen "Animal" zu Recht trägt, da er nach großem Kampf, der immer wieder durch laute Eigenmotivation unterlegt wurde, knapp mit 2:1 Sätzen gewann. Im Spitzenspiel des Tages fand Lückel dann nicht wie gewohnt zu seinem druckvollen Angriffsspiel und unterlag folgerichtig mit 1:2. Wojtyczka präsentierte sich auch in seinem zweiten Einzel in glänzender Verfassung und brachte Wünsdorf nochmal auf 5:6 heran. Im mittleren Paarkreuz verlor dann Renn deutlich 0:2, während Michler mit 2:0 die Oberhand behielt. So musste im unteren Paarkreuz zumindest ein Punktgewinn  her, um die Chance auf ein Remis aufrecht zu halten. Nach dramatischen Spielverläufen und bei sehr guter Atmosphäre in der Halle behielten jedoch die Gäste die Nase vorn, so dass Wünsdorf am Ende mit 6:9 gegen Finsterwalde I unterlag. Gegen den Tabellenletzten musste der MTV dann gewinnen, um den angestrebten 6. Tabellenplatz nicht zu verspielen. Es wurde auch eine klare Angelegenheit. Lediglich Steffen Jarmut verlor gegen seinen unbequem agierenden Gegner. Besonders erfreulich war der Sieg des erst 14-jährigen Wünsdorfer Hans-Christian Gericke.


Sensationeller Punkt gegen Favoriten: MTV Wünsdorf -WSG Potsdam-Waldstadt 9:1 / MTV Wünsdorf 1910 - TSV Stahnsdorf 8:8

Die Partien gegen Potsdam-Waldstadt und Stahnsdorf waren von völlig unterschiedlichen Ausgangspositionen geprägt. Gegen die bereits als Absteiger feststehenden Potsdamer musste unbedingt ein Sieg her, während es gegen die noch um den Oberligaaufstieg kämpfenden Stahnsdorfer vor allem darauf ankam, die zu deutliche l:9-Hinspielniederlage etwas knapper zu gestalten. Im ersten Spiel des Tages gegen die Mannschaft aus der Landeshauptstadt ließen die Wünsdorfer dann auch nichts anbrennen und gewannen sehr deutlich 9:1.

Nach diesem klaren Erfolg wollte der MTV auch gegen den Favoriten Stahnsdorf ein ordentliches Spiel abliefern. Der Start mit den Doppeln verlief fast optimal für Wünsdorf, da Wojtyczka/Michler sehr überraschend gegen das amtierende Bereichs-Meisterdoppel Abel/Wolff gewannen und auch Schubert/Jarmut erfolgreich waren. Dagegen vergab das Wünsdorfer Spitzendoppel Lückel/Renn gegen Krüger/Sablitzki einen Matchball, so dass der MTV lediglich 2:1 vorn lag. Jobst Lückel sorgte für das 3:1, aber postwendend erreichten die Stahnsdorfer durch Siege über Wojtyczka, Schubert und Renn ihrerseits die 4:3-Führung. Michler glich wiederum aus, aber nach den Niederlagen von Jarmut und Lückel im Spitzenspiel des Tages schien sich der Favorit beim 4:6 etwas abzusetzen. Doch die Wünsdorfer hatten sich noch nicht aufgegeben. Dirk Wojtyczka, der Ludwigsfelder in den Wünsdorfer Reihen, schlug nach einer phänomenalen Leistung Abel glatt und auch Florian Renn behielt die Nerven und siegte mit 23:21 im 3. Satz. Niederlagen von Michler und Schubert erhöhten den Druck auf Steffen Jarmut, das er beim Stand von 6:8 unbedingt punkten musste, um das Entscheidungsdoppel zu erzwingen. Angetrieben vom Wünsdorfer Publikum und den Mitspielern hatte er auch am Ende die Nase vorn, so dass Lückel/Renn es in der Hand hatten, die Sensation eines Punktgewinns gegen den haushohen Favoriten zu schaffen. Diese Chance nutzten sie konsequent und sicherten dem MTV einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Denn nun können die Wünsdorfer etwas gelöster in die beiden letzten Spiele gegen Stahl Brandenburg und Lok Ketzin gehen.